Das perfekte Fantasy-Haustier

Einhorn, Drache & Co. unter der Lupe

Habt ihr euch schon mal gefragt, mit welchem possierlichen Geschöpf aus der Literaturlandschaft ihr am liebsten eure vier Wände teilen würdet? Nein? Okay, das spricht durchaus für eure geistige Gesundheit. Aber so im Vertrauen gesagt – Stubentiger, Hund & Co kann ja nun wirklich jeder.
[Randnotiz an meine Katze: Du bist die Beste!]
Darum kommt heute der ultimative Fantasy-Haustier-Test für alle, die nach einer ausgefallenen Alternative suchen. 
Dazu werde ich einige Vertreter aus der Kategorie »Mitbewohner oder Zumutung« ein wenig genauer unter die Lupe nehmen und nach dem bewährten Sternchenprinzip bewerten. Den Anfang macht … Trommelwirbel …

 

 

Der Drache

Pro: Ein Drache spart eindeutig Heizkosten – immerhin kann er Feuer spucken. Zudem soll er Glück bringen und Haus und Hof allein durch seine imposante Erscheinung vor Gesindel beschützen.

Contra: Im Gegenzug zu den gesenkten Heizkosten birgt der Drache natürlich den Nachteil einer erhöhten Brandschutzversicherung. Auch die Fütterung belastet mit rund einem Ochsengespann pro Tag merklich den Geldbeutel (ist aufwendig und unappetitlich).

Eignung: Wegen diverser negativer Erfahrungen in der Vergangenheit hat sich die Kombination aus Drache und Ritter/Prinz als kompliziert herausgestellt. Gleiches gilt für die Vergesellschaftung von Drachen und unschuldigen Jungfern/Prinzessinnen. Am besten harmonieren diese Tiere mit frustrierten, alleinstehenden Königen sowie machthungrigen Magiern.

★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

 

Das Einhorn

Pro: Einhörner lassen sich prima im Garten halten, leben von den Gaben der Natur und genießen den Ruf, besonders reinlich zu sein. Ihrem Horn wie auch ihren Tränen und dem Blut wird die magische Fähigkeit zugeschrieben, Krankheiten oder sogar den Tod besiegen zu können.

Contra: Aufgrund der ausgeprägten Schüchternheit dieser Spezies muss man sich als Besitzer darauf einstellen, seinen tierischen Mitbewohner nur etwa alle zehn Jahre für fünf Minuten zu Gesicht zu kriegen.

Eignung: Nach den Regeln des Märchenwaldes bekommen leider ausschließlich nachgewiesene Jungfrauen (nicht das Sternzeichen!) eine Haltegenehmigung. Ein gewisses musikalisches Talent und Geduld wären ebenfalls von Vorteil.

★ ★ ☆ ☆ ☆ (2 von 5 Sternen)

 

Der Phönix

Pro: Dieser rot-golden gefiederte Vogel besticht durch sein hübsches Äußeres und eine angenehme Singstimme. Je nach Art verfügt er zudem über Zauberkräfte, die er zum Wohl seines Besitzers einsetzt. Am Ende seines Lebens (wenn er nicht mehr ansehnlich und zerfleddert auf der Stange hängt) verbrennt er sich und kehrt, ohne großartig Dreck zu hinterlassen, in ein frisches Federkleid gehüllt wieder zurück.

Contra: Ein Phönix wird im Schnitt rund fünfhundert Jahre alt, bevor er sich das erste Mal anzündet. Es gilt daher, sich rechtzeitig vor dem eigenen Ableben um eine neue Pflegestelle zu kümmern. Im Notfall macht das Tier dies aber auch selbst.

Eignung: Der Phönix stellt keine besonderen Ansprüche an seine Umgebung und ist deshalb anfängergeeignet.

★ ★ ★ ★ ★  (5 von 5 Sternen)

 

Der Mogwai

Pro: Oh, wie süüüß! Mogwais sind flauschige, nette, niedliche und putzige Gesellen, die an eine Mischung aus Meerschweinchen und Langohrzwergen erinnern*. Sonst haben sie keine herausragenden Eigenschaften – aber süüüß sein reicht ja auch völlig aus.

Contra: Ein Mogwai kann zum Gremlin mutieren.

Eignung: Diese possierlichen Geschöpfe darf man nicht dem Sonnenlicht aussetzen, nicht nass machen und nicht nach Mitternacht füttern. Bei unsachgemäßer Handhabung droht eine Katastrophe. Denn aus einem freundlichen Mogwai entstehen so unter Umständen dutzende ekelhafte und garstige Gremlins. Aus diesem Grund sollten sie nur in erfahrene Hände abgegeben werden.

★ ★ ☆ ☆ ☆ (2 von 5 Sternen)

* Ich orientiere mich dabei an dem Film »Gremlins – Kleine Monster« und nicht an der originalen chinesischen Mythologie, nach der schon die Mogwais fiese Kreaturen sind. Denn positiv denken hält jung und das Fernsehen lügt nicht …

 

Der Pegasus

Pro: Ein geflügeltes Pferd bringt nicht von der Hand zu weisende Vorteile in den Bereichen Einkaufen, Berufsverkehr oder Freizeitgestaltung. Bei den heutigen Spritpreisen ist die Variante »Möhre gegen Flug« darüber hinaus auch finanziell recht attraktiv – und ein echter Pluspunkt für die Umwelt.

Contra: Braucht viel Aufmerksamkeit und regelmäßige Beschäftigung. Zieht vorzugsweise in antike Kriege.

Eignung: Speziell für Umsteiger vom klassischen Reittier zu empfehlen. Neueinsteigern sei eher zu Artverwandten wie dem Greif oder dem Hippogreif geraten, da sie trotz schwierigem Charakter ein stabileres Flugverhalten aufweisen.

★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

 

Es folgt der klägliche Rest. Ja, das klingt gemein und ich bin grundsätzlich dafür, jedem Tierchen seine Macken zuzugestehen und ihm eine Chance zu geben. Die Kandidaten, die jetzt noch übrig geblieben sind, schaffen es aber allesamt im Höchstfall zu einer Erwähnung (und das auch nur aus reiner Nächstenliebe), mit Nichten jedoch zu einer Empfehlung. Hier also die Looser des ultimativen Fantasy-Haustier-Tests:

 

Der Mantikor, die Harpye, die Sphinx, die Hydra, der Basilisk, der Wendigo

Pro: Schrecken mögliche Einbrecher ab.

Contra: Neigen dazu, ihre Besitzer zu fressen oder anderweitig zu töten.

Eignung:

★ ☆ ☆ ☆ ☆ (1 von 5 Sternen)

 

Die Gans, die goldene Eier legt

Pro: Hallo!? Die goldenen Eier!!!

Contra: Das Tier existiert leider nicht.

Eignung:

☆ ☆ ☆ ☆ ☆ (0 von 5 Sternen)

 

Daniela Herbst 12/04/2017 No Comments

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