Der Kokon

All die Worte, die sonst fließen; wie ein Bach, der schmelzend Wasser trägt. Verdorrt zu flachem Kiesbett und zu Schweigen. Was lebendig sich gern Bahnen bricht, ausgedünnt zu einer bloßen Ahnung. Schattensilhouetten, wo sich der Mensch in seiner Form erheben sollt´. Schales Abbild hinter Milchglasscheibe. Unstet, farblos, losgelöst.
Schmetterling

Eng gewoben sind die Schichten. Straff entspannt sich der Kokon. Und im Innern sehend, hörend, fühlend, sitzt in blinder, tauber, leerer Wirrung, wen er sich gefangen hält. Schaut sein eigen Treiben wie aus weiter Ferne. Meint sich fast ein andrer sein. Sich windend reglos in der Schwäche, die den Augenblick verdrängt.

Was bleibt ist lediglich das Sehnen. Nach Freiheit, Frieden, Ausbruch, aus den selbst erschaff´nen Fesseln. Nach dem Punkt am Ende aller Zeiten, an dem die Hülle reißt und der Kokon zerfällt.

 

Daniela Herbst 03/02/2016 No Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.