Beschwerdebrief

Sehr geehrter Herr Strahte,

 

als Mieterin Ihres Hauses in der Katalanenstraße 14, Wohnung 2b, möchte ich Ihnen hiermit mitteilen, dass ich die Miete zum kommenden Monatsersten um 20 Prozent kürzen werde.
Aufgrund der unzumutbaren Lärmbelästigung durch die Mieter aus Wohnung 2c – über die ich Sie bereits mehrfach schriftlich in Kenntnis gesetzt habe – sehe ich mich massiv in meinen Rechten beschnitten.
Nicht nur, dass ich tagsüber regelmäßig Krach ausgeliefert bin und keinerlei Ruhezeiten eingehalten werden. Oftmals hört man bis weit nach Mitternacht Gebrüll, Poltern und Schreie, welche es mir unmöglich machen, den für mein Wohlbefinden nötigen Schlaf zu finden.

 

Diese Zustände sind auf Dauer nicht tragbar. Zumal ich feststellen musste, dass die unmittelbaren Belästigungen meiner Person – von denen ich Ihnen ebenfalls berichtet hatte – drastisch zunehmen. Allein während der letzten zwei Wochen wurde fünfmal heftig gegen meine Tür geklopft und um Hilfe gerufen. Gefolgt von einer lautstarken verbalen wie körperlichen Auseinandersetzung, deren Geräuschpegel jenseits des Hinnehmbaren lag.
Dies führte außerdem zu einer Beschädigung meines Eingangsbereichs. Weshalb ich mir eine zusätzliche Kürzung um 10 Prozent vorbehalte.
Absplitterungen am Holz und Blutflecke sind dokumentiert. Die Rechnung für die Entfernung geht Ihnen gesondert zu.

 

Anhang:
Eine detaillierte Liste mit Datum und Uhrzeit der erwähnten Störungen habe ich beigefügt.

 

Obgleich ich nicht dazu verpflichtet bin, Sie über die mir zustehende Mietkürzung zu informieren, ist mir dieses Schreiben ein persönliches Anliegen. Denn ich sehe mich als leidenschaftliche Verfechterin eines humanen Miteinanders.

 

Mit freundlichen Grüßen
Maria Kreuzmann

 

Daniela Herbst 04/03/2015 No Comments

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