Klingt eigentlich wie der absolute Anti-Tipp, denn wir wollen doch individuell und kreativ sein. Stimmt schon; das eine muss das andere aber nicht zwingend ausschließen. Im Gegenteil – den Leser bewusst an etwas ihm Vertrautes zu erinnern, erhöht seine Aufmerksamkeit und schafft eine gewisse Nähe zur Geschichte.

Entscheidend ist dabei das Wörtchen „bewusst“. Anderer Leute Kekse als die eigenen Backwaren verkaufen, macht auf Dauer nämlich nur fett, aber nicht glücklich. Oder statt als grauselige Metapher ausgedrückt etwas deutlicher: Wir klauen keine Ideen! Wir recyceln sie fachgerecht. Das Original sollte gleichzeitig erkennbar sein, sich einfügen und weiterlesen

Die Welt ist ein merkwürdiger Ort mit seltsamen Bewohnern, an dem komische Dinge passieren. Kein Wunder also, dass einige dieser Dinge gewisse Fragen aufwerfen. Ein paar davon möchte ich mich heute widmen. Das heißt im Klartext, ich werde sie stellen, aber nicht beantworten. Nicht aus Faulheit oder einer fiesen Ader heraus, sondern … ähm … fangen wir an …

Warum erwischt man im Supermarkt immer die Kasse mit dem Typen, der seine EC-Karten-PIN vergessen hat?

Wer ist auf die blöde Idee gekommen, dass man Briefumschläge und -marken anlecken muss?

Und wenn zwei Leute nacheinander eine weiterlesen

Manchmal verkopft man sich beim Schreiben und versucht auf Teufel komm raus, möglichst elegante Umschreibungen zu finden. Natürlich ist die Formulierung wichtig, aber Inhalt und Lesbarkeit sollten dabei nicht auf der Strecke bleiben.
Ein überspitztes Negativbeispiel wäre: „Die Dringlichkeit ihres körperlichen Ausscheidungs-Bedürfnisses hatte ein eklatant hohes Level erreicht.“ Das klingt nicht nur merkwürdig und kompliziert, es klingt außerdem gekünstelt und bekommt dadurch eine fast schon komödiantische Note. Schön, falls das Sinn und Zweck des Satzes gewesen ist. Ansonsten würde ich dazu raten, beim vertrauen „Sie musste echt dringend aufs Klo“ zu bleiben.

Also immer alles weiterlesen

Die Wucht der Ohrfeige holte ihn unsanft ins Bewusstsein. Wie ein elektrischer Impuls jagte der Aufprall der breiten Handfläche durch seinen Schädel und zum Nacken, von wo aus er in seinen Nervensträngen verebbte. Er manifestierte sich eben in Form eines vagen Gedankens, als grobe Finger in sein Haar griffen und ihm den Kopf hochrissen. Verwirrt blinzelte er in das maskierte Gesicht, das wenige Zentimeter vor ihm Kontur annahm.
»Wach?« Das Gesicht kam näher. Warmer, säuerlicher Atem streifte seine Nase. »Schön, dann hör mir jetzt gut zu, David. Ich sage das nur einmal. Ja? Keine Wiederholung. weiterlesen

Adjektive sind immer so eine Sache – in einschlägigen Ratgebern wird gern geraten, sie sparsam zu verwenden. Okay, ich bin Schwäbin, daher stehe ich jeder Form von Sparmaßnahme erst einmal offen gegenüber. Aber ich schreibe auch mit Vorliebe bildhafte Szenen.  Ein kleiner Trick, der hier Abhilfe schaffen kann, ist die „Umverpackung“ von Adjektiven in Substantive oder Verben.

So wird aus dem „zerfallenen Gebäude“ kurzerhand eine „Ruine“ und aus dem „kalten Getränk“ ein „Kaltgetränk“ – vielleicht sogar ein „Eistee“. Wer „leise spricht“, der „flüstert“ oder „murmelt“. „Rotes Haar“ macht ein Mädchen zum „Rotschopf“; und wenn sie weiterlesen