Habt ihr euch schon mal gefragt, mit welchem possierlichen Geschöpf aus der Literaturlandschaft ihr am liebsten eure vier Wände teilen würdet? Nein? Okay, das spricht durchaus für eure geistige Gesundheit.
Aber so im Vertrauen gesagt – Stubentiger, Hund & Co kann ja nun wirklich jeder. [Randnotiz an meine Katze: Du bist die Beste!] Darum kommt heute der ultimative Fantasy-Haustier-Test für alle, die nach einer ausgefallenen Alternative suchen.
Dazu werde ich einige Vertreter aus der Kategorie »Mitbewohner oder Zumutung« ein wenig genauer unter die Lupe nehmen und nach dem bewährten Sternchenprinzip bewerten. Den Anfang macht … Trommelwirbel …

Sie stand draußen im Vorgarten, im Schutz der Hecken. Es war Sonntagnacht; um diese Zeit wirkte die Straße wie ausgestorben. Ab und an kreuzte ein Wagen auf dem Heimweg ihr kleines Versteck, dann drückte sie sich dichter in das Grün. Ansonsten war sie für sich allein.
Sie fröstelte und wenn sie nicht aufpasste, beschlug ihr Atem an der Scheibe. Drinnen dagegen sah es warm aus. Die beiden hatten sich auf die Couch gekuschelt. Lagen unter der Decke und schauten sich wohl einen Film an – aus ihrer momentanen Position heraus konnte sie das nicht genau erkennen. Jedenfalls schienen sie sich zu amüsieren. Sie lachten und zwischendurch wehten unverständliche Worte zu ihr herüber. Vermutlich diskutierten sie über eine Szene, die sie echt witzig und er saukomisch fand.
Sie hauchte in ihre Hände. Allmählich wurde es wirklich kalt. Sie sollte heimgehen. Heim zu ihrem neuen Freund, den Zimmerpflanzen, der aufgedrehten Heizung und

Wenn ich wäre, was ich sein wollte, und sein wollen würde, was ich sein sollte, dann wäre ich, wie alle mich haben wollen, und keiner wollte mehr, dass ich anders sei. Wäre das nicht furchtbar langweilig? Denn wie sollte ich sein wollen, wenn ich schon wäre, wie mich alle haben wollen, und ich selbst denken würde, dass ich nicht anders sein sollte, weil mich sonst alle wieder anders würden haben wollen?
Bin ich gar schon, wie ich sein wollte, weil ich glaubte, so sein zu müssen, da die anderen meinten, dass ich es sein sollte? Nehmen wir es mal an. Sollte ich in dem Fall dann wollen, immer so zu sein, wie ich bin, weil ich so wäre, wie mich alle haben wollen?
Davon bekommt man ja Kopfschmerzen. Und überhaupt: Will ich das eigentlich? Ich meine, will ich so sein wie ich bin? Wollte ich so werden wie ich bin?

Hannah Weinzierl wurde im Jahre des Herrn 1890 auf einem Bauernhof im südlichen Bayern geboren. Als fünftes Kind ihrer Eltern Luitpold und Maria Weinzierl sowie eines von insgesamt sieben Geschwistern. Eigentlich neun, doch zwei hatten ihr erstes Lebensjahr nicht erreicht; so schwieg man sie im wahrsten Sinne des Wortes tot.
Zur Schule ging sie, bis sie ihren Namen schreiben und die Hennen mit den Hähnen addieren konnte. Danach musste sie auf dem Feld oder daheim mit anpacken. Bildung half einem Kalb nicht auf die Welt und außer der Bibel gab es in ihrer Stube ohnehin kein Buch zu lesen. Selbst das hießen ihre Eltern im Grunde Zeitverschwendung. Dass der Mensch von Geburt an ein Sünder sei, erzählte einem schließlich auch der Pfarrer.
»Wegen unserer Sündhaftigkeit starb Christus am Kreuz«, predigte er jeden Sonntag von seiner Kanzel. »Geopfert vom Herrgott für das Seelenheil seiner sterblichen Kinder. Wiederauferstanden von den Toten für

Fünfundzwanzig Jahre sind seit Nicoles »Ein bisschen Frieden« vergangen und mit dem frommen Wunsch sieht es mindestens so finster aus wie mit Ralph Siegels Hoffnungen auf ein erfolgreiches Comeback beim Grand Prix. Der Terror gibt der künstlerischen Freiheit die Kugel, der Gegenterror trägt seine Kreuzzüge auf die Marktplätze der Republik. Ali haut Adolf, Adolf beißt Iwan, Iwan tritt Lao und Lao bespuckt Ali. Alle wollen sich ständig gegenseitig etwas wegnehmen, aufdrängen oder kaputtmachen. Die Rechtfertigungen gestalten sich kreativ und mannigfaltig. Die einen schieben die Schuld einem mächtigen, unsterblichen Wesen in die Schuhe und nennen ihre Handlungen religiös motiviert. Die anderen gehören zu den Schwarmfliegern und berufen sich auf Staat, ominöse Wertesysteme und Gesellschaft.
Für den Ottonormalverbraucher ohne politische Motivation und Glaubensbindung eine verdammt nervige Sache. Dabei könnten wir uns den ganzen Mist komplett ersparen. Es liegt in unserer Hand, Gewalt und Krieg in die Tonne für Sondermüll zu verfrachten. Und