Hallo. Mein Name ist Theresa. Ich finde es wichtig, sich vorzustellen, bevor man mit der Tür ins Haus fällt. Ich bin Mitte zwanzig, arbeite in einem relativ gewöhnlichen Beruf und lebe in einer noch gewöhnlicheren Wohnung. Den Großteil meiner Freizeit verbringe ich mit einem ganz und gar gewöhnlichen Freund. Er arbeitet in einer Werkstatt. Das wären gleich zwei Dinge, von denen mir jegliche Ahnung fehlt – Männer und Autos.
Wobei ich witzigerweise über keines von beiden sprechen möchte. Warum erzähle ich es dann? Vermutlich plagt mich weiterhin die Angst, unhöflich zu wirken, aber eigentlich genügt das als Einleitung. Ich denke, ich komme jetzt zum Punkt: Ich besitze Superkräfte.
Klingt ziemlich cool, hm? Ist es nicht. Nein überhaupt nicht. Es ist sogar verdammt ärgerlich, denn ich kann mit meiner Gabe (wenn man sie so nennen will) exakt Null Komma nichts anfangen. Und das liegt nicht daran, dass sie unnütz wäre. Oder

Ihr war schwummerig. Hinter ihrer Stirn pochte ein hektischer Puls und ein dünner Blutfaden lief ihre Schläfe entlang zum Kinn. Noch hatte sie Schwierigkeiten, sich richtig zu orientieren, aber das Meer aus diffusen Schatten fing allmählich an, Konturen zu gewinnen – wenn auch zunächst ohne Sinn.
Da war eine Leiter. Sie führte in einem steilen Winkel zu einem Podest, dessen linke Seite sich marode nach unten neigte. Darunter stapelten sich Säcke oder Haufen schmutziger Wäsche. Durch schmale Spalte rundherum drang spärliches Mondlicht und ließ sie vereinzelte Flecken Wiese erkennen. Zu ihren Füßen erstreckte sich in beide Richtungen eine Schneise im Boden, in der seichtes Dreckwasser stand. Sie verbreiteten modrigen Bachgestank.
Luise schüttelte sich innerlich. Die Eindrücke, die sich ihr aufdrängten, wollten nicht recht zusammenpassen. Wäre sie noch immer im Wald, müsste sie Bäume sehen. Außerdem den Himmel und Sterne. Stattdessen umgrenzten Holzwände ganz klar ihr Blickfeld. Doch Grasstücke oder ein

Ab sofort findet ihr auf der rechten Seite meine neue Kategorie »Shivas Schreibtipps«.

Unter diesem Logo wird es regelmäßig kurze und praktische Tipps aus der Welt der Autorenzunft geben. Um richtig oder falsch, laienhaft oder professionell soll es dabei nicht gehen, sondern lediglich um Anregungen und neue Perspektiven.

Warum das Ganze unter der Schirmherrschaft meiner pelzigen Mitbewohnerin steht? Na, weil sie meine schärfste und liebste Kritikerin ist.

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Spaghetti Carbonara in Tokio, Sushi vorm Pariser Eiffelturm, Käspatzen am Times Square und Curry-Huhn in Rom. Mit Holzschuhen nach England, in Lederhosen und Dirndl ans Mittelmeer, mit Union Jack auf dem Shirt durch Moskaus Straßen, im Sari den Strand von Sylt unsicher gemacht. Im Bikini dem Monsun getrotzt, mit Regenschirm unterm Wasserfall, auf Skiern die Lavendelwiesen hinunter, im Taucheranzug den Weinberg hinauf, mit dem Surfbrett die Wüstendünen entlang.

Drei Vertreter aus der Kategorie »Mitbewohner oder Zumutung«, mit denen ein Zusammenleben in den eigenen vier Wänden eventuell denkbar wäre, haben wir letztes Mal bereits kennengelernt. In dieser Fortsetzung werde ich die weiteren Kandidaten wie gehabt ein wenig genauer unter die Lupe nehmen und nach dem bewährten Sternchenprinzip bewerten. Knüpfen wir ohne Umschweife an bei … Trommelwirbel …